LEE-Treff: Entwicklung der alternativen Energie, Stromspeicher bei Windanlagen, Bürgerenergie Südbaden eG baut ein Wasserkraftwerk

Pressebericht Bürger-Energie-Plüderhausen eG, 11.07.2015

Das von der Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg (LUBW) organisierte Treffen für den Erfahrungsaustausch der Energieinitiativen fand am 11.07.2015 in Stuttgart statt. Es waren ca. 30 Vertreter der unterschiedlichsten Energiegenossenschaften und Vereine anwesend, die viel von den Referenten und dem Austausch untereinander profitierten.
Bene Müller von der Solarcomplex AG gab einen Überblick über die Entwicklung der alternativen Energie und die neuesten politischen Regelungen (die sog. Ausbaubremse). Er veranschaulichte die verschiedenen Energieerträge pro ha: Windenergie ca. 0,6 bis 1,0 Mio kWh/ha, Photovoltaik ca. 0,1 bis 1,0 Mio kWh/ha, Biomasse ca. 0,01 bis 0,04 Mio kWh/ha. Die Sonneneinstrahlung liefert in Deutschland ca. 9 Mio kWh/ha. Ein weiterer Vergleich: Eine Solarzellen-kWh kostete 2006 etwa 4000.-€, die Vergütung betrug 40 ct/kWh; heute kostet die Solarzellen-kWh nur noch 1100.-€ und die Vergütung ist auf 9,7 ct/kWh gesunken, die Wirtschaftlichkeit ist also nahezu gleich geblieben. Für den Verbraucher ist die kWh aus Solarthermie etwa doppelt so teuer, also 20 ct/kWh. Der Anteil der Windenergie an der Stromerzeugung sei in NRW bei etwa 10%, in BW etwa bei 0,9%. Um das hohe Investitionsrisiko abzumildern, schlägt er vor ein Versicherungsmodell zu entwickeln. Als Felder für bürgerschaftliches Engagement rät Bene Müller zu Nahwärmenetzen, bei denen man die verschiedensten Energiequellen nutzen bzw. wechseln könne. Ausserdem seien Kombinationen von Geothermie, Industrieabwärme und Brennstoffzelle u.a. denkbar. Für Bürgerwindparks sollten sich Genossenschaften zusammenschließen. Zum Ausgleich der Schwankungen bei Solar- und Windanlagen seien Speicher und Biogasanlagen notwendig.
Nico Storz vom Baden-Württembergischen Genossenschaftsverband stellte die verschiedenen Gesellschaftsformen von der Genossenschaft bis zur GmbH&CoKG vor. Dabei seien auch Kombinationen denkbar, wie z.B. eine Genossenschaft als Teil einer GmbH oder als Kommanditist bei einer KG.
Jochen Fischer von den Stadtwerken Müllheim-Staufen berichtete von dem Verbund aus Gemeinde und Bürgergenossenschaft. Zusammen mit der Kraftwerke Kaiser KG baut hier die Bürgerenergie Südbaden eG ein Wasserkraftwerk, das ab Ende 2015 Strom für ca. 400 Haushalte produzieren wird (Kosten ca. 2,5 Mio€).
Dr. Heiko Rüppel von der Fa. Enerkon GmbH, die mit ca. 17 000 Mitarbeitern und bisher 22 000  gebauten Windenergieanlagen eine der großen Firmen der Branche ist, berichtete von dem in Feldheim (Brandenburg) neu errichteten 10-MW-Stromspeicher mit einem Speichervolumen von ca. 5 MWh. Damit sollen die großen Schwankungen bei der Gewinnung von Windstrom ausgeglichen werden. Ein neues Geschäftsfeld der Firma sei die Errichtung von Bürgerwindparks und ein eigener Stromvertrieb. Heiko Rüppel lud alle zur Werksbesichtigung nach Aurich ein.