LEE-Treff: Hans-Josef Fell „Energiewende zu langsam“,Vorstellung des Netzwerks „TERRA Energiewende“ und „gemeinschaftliche Batteriespeichern“

Pressebericht Bürger-Energie-Plüderhausen eG, 16.07.2016

Das von der Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg (LUBW) organisierte Treffen dient dem Erfahrungsaustausch des Landesnetzwerks der Ehrenamtlichern Energie-Initiativenfand und fand am 16.07.2016 in Stuttgart statt. Diesmal zum Thema „Energiewende“. Der Hauptredner, Hans-Josef Fell, langjähriger Bundestagsabgeordneter und Mitbegründer und Präsident der Energy-Watch-Group in Berlin, stellte anhand von Schaubildern und Beispielen dar, wie sich der Einsatz der erneuerbaren Energien entwickelt hat. Mit großer Sorge sehe er, dass die in Paris erneut beschlossenen Klimaziele kaum oder gar nicht erreicht werden können, wenn der Ausstoß von CO2 und anderen Treibhausgasen nicht drastisch gesenkt werden kann. Die Folgen des Klimawandels sieht er nicht nur im Anstieg des Meeresspiegels und der zunehmenden Ausbreitung der Wüsten, sondern auch in den Flüchtlingsströmen von Menschen, die keine Lebensgrundlage mehr haben und die auch vor Waffeneinsatz fliehen, die in Teilen der Welt durch Erdölerträge finanziert werden. Sein Gegenbeispiel: „Wenn wir 20% der degradierten Flächen mit Ölpflanzen bewirtschaften, können wir weltweit auf Erdöl verzichten“. 
Dem Vortrag folgte eine Fragerunde an der sich die etwa 45 Teilnehmer ausdauernd beteiligten. Das Spektrum reichte von der Notwendigkeit von Super-Grid-Leitungen bis zur Frage, ob denn diverse Banken immer noch Einlagen im Bereich der Atomwirtschaft hätten.
Nach der sehr knappen Mittagspause fand der Informationsaustausch an fünf Thementischen statt. Hier ging es um die Öffentlichkeitsarbeit für die Energiewende oder – im Gespräch mit einem Vertreter des Genossenschaftsverbands – um einen besseren Erfahrungsaustausch zwischen den Energiegenossenschaften. Ein Projekt wurde vorgestellt, bei dem mit der (Öko-)Stromrechnung die Ausrüstung eines Dorfes in Afrika oder in Asien mit Solarzellen und einfacher Beleuchtung finanziert wird und gleichzeitig die nötigen Handwerker ausgebildet werden. (Netzwerk TERRA Energiewende). Ein anderes Projekt ist der Betrieb von gemeinschaftlichen Batteriespeichern, um den überschüssigen Strom von privaten Photovoltaikanlagen für den späteren Bedarf zu puffern.