„Energiewende und Klimaschutz“ beim Debattenabend der Stiftung Energie & Klimaschutz

Pressebericht: Bürger-Energie-Plüderhausen eG, 08. 02. 2017

Die EnBW-Stiftung will mit dieser jährlich stattfindenden Veranstaltung einen energiepolitischen Ausblick auf das kommenden Jahr werfen.
Eingeladen waren Ute Vogt MdB, Prof.Dr. Claudia Kemfert vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung, Christoph Bals von Gemanwatch e.V. und Dr. Hans-Josef Zimmer vom EnBW Vorstand. Gleich zu Anfang wurden die drei Gewinner des Ideenwettbewerbs „Energiewende und Klimaschutz“ vorgestellt. Doktorand Fabian Niess forscht an der Herstellung von Biokraftstoff – der dritten Generation, wie er sagt – aus Microalgen („das grüne Gold“). Dabei werden Cyanobakterien so manipuliert, dass sie für die Produktion von Ethanol verwendet werden können. Florian Gutekunst untersucht den Einfluß erneuerbarer Energien auf die Momentanreserve im deutschen Stromversorgungssystem. Dazu hat er ein EDV-gestütztes Netzdynamikmodell entwickelt, mit dem man die Abläufe im gesamten europäischen Stromnetz darstellen kann. Die dritte Preisträgerin, Dr. Larissa Bergmann, forscht an speziellen Kupfermaterialien, die bei einer neuen Generation von  organischen Leuchtdioden (OLED) die bisher verwendeten seltenen Rohstoffe ersetzen sollen. Alle drei Arbeiten stehen kurz vor der praktischen Anwendung und können u.U. einen deutlichen Beitrag zum Klimaschutz leisten. Dafür gab es großen Applaus von den rund 150 Gästen.  Die Statements der Gastredner zeigten, dass es nicht einfach ist, einen konkreten Blick auf das Jahr 2017 zu richten.
Ute Vogt, die in der SPD-Bundestagsfraktion für Umwelt- und Naturschutz zuständig ist, beschrieb die Mammutaufgabe, möglichst mehr als 90% des CO2-Potenzials im Boden zu lassen zumal der gesamte Verkehr fast zu 100% auf fossile Energieträger angewiesen ist.
Neben dem Energiemarkt und dem Verkehr müsse auch der Bausektor noch viel für den Klimaschutz leisten.
Nach Einschätzung von Claudia Kemfert, Professorin für Energieökonomie und Nachhaltigkeit, ist die weltweite Energiewende nicht aufzuhalten, trotz aller Widerstände z.B. der Wirtschaftszweige, die Öl und Gas vermarkten oder auch politischer Interessengruppen. Nur nebenbei erwähnte Christoph Bals von Germanwatch die Kriege, die um die Sicherung von Bodenschätzen geführt werden (Fossile Energien destabilisieren die Welt zunehmend). Er betonte die Bedeutung von wirksamen Klimaschutzkonzepten und dass man beispielsweise auf Dürrekatastrophen rasch helfend reagieren müsse, um Flüchtlingsströme zu vermeiden. Hans-Joseph Zimmer, Vorstandsmitglied der EnBW sagt es so: Die Musik spielt in Europa.
Wir müssen unseren Strommarkt fluktuierend und dezentral organisieren. Die erneuerbaren Energien sollten auch weiterhin den Einspeisevorrang genießen.
Eine Stimme in der abschließenden Publikumsrunde: Der Seite der Energieverbraucher kommt eine Schlüsselrolle bei der Effizienz der Energienutzung zu. Da ist noch ganz viel Luft nach oben.

Podium mit Alexandra von Lingen, Ute Vogt,  Christoph Bals
und Claudia Kemfert
v.l.n.r. Alexandra von Lingen, Ute Vogt,  Christoph Bals
und Claudia Kemfert             Foto: Elfriede Walendy