LEE-Treff: Stärken und Schwächen der Energiegenossenschaften und ihre Weiterentwicklung, die „Solaroffensive Baden-Württemberg“, Energieatlas BW, Balkonmodul, „Dialogforum Erneuerbare Energien und Naturschutz“

Pressebericht Bürger-Energie-Plüderhausen eG, 21.07. 2018

„Landesnetzwerktreffen der Ehrenamtlichen Energiegenossenschaften“ ist zwar ein ellenlanger Titel, es ist aber auch ein – von der LUBW organisiertes -Treffen, randvoll mit Informationen von „Batteriespeicher“ bis „Solaroffensive“.
Einen Überblick über die Situation der Energiegenossenschaften gab Benedikt Rilling von der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt in Nürtingen. Die Stärken lägen beim technischen Know-how und der wirtschaftlichen Expertise, die Schwächen eher beim Marketing und Vertrieb. Er empfahl daher für spezielle Fragen etwa einen Beirat hinzuzuziehen oder ein Projektteam zu bilden. Daran knüpfte Lukas Winkler an, der als Vertreter des Baden-Württembergischen Genossenschaftsverbands (der auch die Bilanzen der BEP prüft) Vorschläge für die Weiterentwicklung der bestehenden Genossenschaften machte. So empfahl er z.B. Kooperationen mit anderen Initiativen oder mit studentischen Hochschulgruppen. Ausserdem gab er den Hinweis auf die Energiewendetage am 15./16. September mit einem umfangreichen Infomarkt in Stuttgart und eine geplante Exkursion zu einer Nahwärmegenossenschaft.
Die „Solaroffensive Baden-Württemberg“ wurde von Dr. Till Jenssen vom Umweltministerium vorgestellt. Die Schwerpunkte seien die regionalen Photovoltaik-Netzwerke, die netzdienlichen Batteriespeicher, die Mieterstromkonzepte, die energieeffizienten Wärmenetze und auch die Öffnung von Freiflächen für Solaranlagen. Lauter Überschriften, die z.T. bereits mit Angeboten bzw. auch mit Fördermitteln ausgestattet sind . Stephanie Schmid von der Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg berichtete über den seit längerem bestehenden Energieatlas (www.energieatlas-bw.de). Hier werden, für jeden abrufbar, Informationen über das Solar-Potenzial sämtlicher Dachflächen in Baden-Württemberg bereitgestellt. Man kann die bestehenden und geplanten Stromnetztrassen finden oder Standorte von Windparks oder Wasserkraftanlagen lokalisieren. Auch werden Beispiele von Energieinitiativen und vieles mehr vorgestellt. (Reinschauen lohnt sich). Im zweiten Teil der Tagung konnten an einzelnen Thementischen Erfahrungen und neue Ideen ausgetauscht werden. Jörg Sutter von der Deutschen Gesellschaft für Solarenergie zeigte, wie heutzutage jeder mit einem sogenannten Steckdosenmodul – auch als Balkonmodul bekannt – Strom von der Sonne für den Hausgebrauch beziehen kann. Das von NABU und BUND initiierte und vom Umweltministerium finanzierte „Dialogforum Erneuerbare Energien und Naturschutz“ wurde vorgestellt. Es hat die Aufgabe, bei Konflikten zwischen Energieerzeugung und Naturschutzzielen zu moderieren und Lösungen vorzuschlagen.
Spannend waren auch die Berichte einer Studentengruppe am Karlsruher KIT (keine e.V.) Die jungen Leute verbessern die Energiebilanz im selbstverwalteten Studentenwohnheim (980 Bewohner), küren jährlich einen „Nachhaltigkeits-hero“, stellen ein Lastenfahrrad zur Verfügung und empfehlen eine alternative Suchmaschine, die ihre Werbeeinnahmen teilweise für Aufforstungen zur Verfügung stellt. (ecosia.org).