Informationsfahrt „Nachhaltige Gemeinde“

Pressebericht  Bürger-Energie-Plüderhausen eG, 02.12.2013

Da sich die BEP seit einiger Zeit mit Nahwärme beschäftigt und damit auch beim Gemeinderat auf offene Ohren stieß, organisierte die Verwaltung diese Informationsfahrt. Einige Kilometer vor dem Ziel, bog der Bus von der Autobahn nach Illertissen ab und lud die Gruppe vor einem kleinen freistehenden Heizwerk aus, das eine Siedlung von ca. 40 Wohnhäusern mit Wärme versorgt. Da die Gemeinde hier die Grundstücke an die Bauherrn verkaufte, konnte gleich in den Kaufverträgen die Wärmeversorgung vereinbart werden. Helmut Kaumeier von der Erdgas Schwaben GmbH konnte alle Fragen zur technischen Auslegung, zum Betrieb und zu den Kosten der gelieferten Wärme beantworten. Dann rangierte der Bus wieder aus der engen Anliegerstraße hinaus auf die Autobahn und steuerte die 22000-Einwohner-Gemeinde Leutkirch an und – mitten in der Stadt – den Treffpunkt „Bürgerbahnhof“. Oberbürgermeister Hans-Jörg Henle erwartete die Plüderhäuser schon im Obergeschoß des markanten Gebäudes, das von einer Bürgergenossenschaft vom Bahnhof zum Bürgerhaus veredelt wurde. Mit unverkennbarem Stolz berichtete der OB, dass die Gemeinde Leutkirch mit ihren Nachhaltigkeitsambitionen an der europäischen Championsleague für  Energiestädte teilgenommen habe. Unter anderem erwähnte er den gemeindeeigenen Solarpark, bei dem die dortige Bürgerenergiegenossenschaft mit 1,4 Mio € beteiligt ist. Die Entwicklungen im Energiesektor im Allgemeinen und in der Region Leutkirch beleuchtete Hartmut Reck von EnBW. Er betonte die Bedeutung eines kommunalen Klimaschutzkonzepts, das nicht nur beim Energiesparen helfen kann, sondern auch Voraussetzung für Fördermittel sei und die Einstellung eines Klimamanagers (schwieriges Wort) bei der Gemeinde ermögliche. In Leutkirch gebe es auch eine kleine Klima-Handwerker-Messe, bei der sich die heimischen Betriebe präsentieren können. Es sollen Investitionen und Erträge in der Gemeinde bleiben. Da die Gastronomie gleich im Erdgeschoss des alten/neuen Bahnhofs vorhanden war, konnte die Delegation unverzüglich zur Stärkung nach diesem dichten Vormittagsprogramm schreiten. Danach übernahm Michael Krumbek die weitere Führung der Gruppe. Er ist Aufsichtsratsvorsitzender der Energiegenossenschaft und gleichzeitig Energiebeauftragter der Gemeinde. Nachdem er das „Nahwärmekonzept Isnyer Straße“ vorgestellt hatte, bei dem eine Wohnsiedlung in Verbindung mit zwei Schulzentren und einer kirchlichen Einrichtung durch ein Holzhackschnitzelheizwerk versorgt werden, radelte er dem Bus voraus, um den energiehungrigen Plüderhäusern einen Blick in den Heizkessel zu ermöglichen. Die Anlage (890 kw) verbrennt jährlich rund 6500 m3 Holzhackschnitzel und erspart damit etwa 520 000 l Heizöl. Ein ganz anderes Kraftpaket war in der benachbarten Schule zu besichtigen. Hier arbeitet ein Blockheizkraftwerk, das seit 2003 jährlich ca. 130 000 Kilowattstunden Strom erzeugt, die vollständig im Schulbetrieb verbraucht werden. Damit endete der facettenreiche Blick auf die „Nachhaltige Gemeinde“ (eine der sonnenreichsten Gegenden Deutschlands) und die Delegation trat mit einer Fülle von Informationen und Anregungen den Heimweg an.
Wir von der BEP bedanken uns ausdrücklich bei Bürgermeister Andreas Schaffer und den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Verwaltung für die Initiative und Vorbereitung dieser Informationsfahrt.
Für Rückfragen wenden Sie sich bitte an info@buerger-energie-pluederhausen.de oder Eberhard Bartsch unter 89232.

Gruppenbild u.a. mit Energiegenossen, Gemeinderäten und Bürgermeister aus Plüderhausen im ehemaligen Bahnhof in Leutkirch
Mitglieder des Gemeinderats und der Bürger-Energie-Plüderhausen eG im Bürgerhaus, dem ehemaligen Bahnhof in Leutkirch, Foto: Elfriede Walendy