Informationsreise des Solarvereins Rems-Murr nach Tübingen

Pressebericht Bürger-Energie-Plüderhausen eG, 22.10.2016

Es gibt ein Heizwerk aus dem Jahr 1930, direkt an der Ammer in der Tübinger Wilhelmsvorstadt. Ein mächtiger Ziegelbau mit Anklängen an Bauhausproportionen und achteckigem Kamin. Daneben Renaissancehäuser, die Mensa der Universität, das Technische Rathaus. Die Hälfte der etwa 50-köpfigen Reisegruppe aus dem Rems-Murr-Kreis, darunter einige Plüderhäuser von der Bürgerenergiegenossenschaft, drehte bei bestem Oktoberwetter eine informative Runde durch das ziemlich unbekannte Tübinger Quartier, während sich die andere Hälfte durch das bekanntere Französische Viertel führen ließ. Der Solarverein Rems-Murr hatte diesen Ausflug diesmal in Kooperation mit dem Landratsamt (Geschäftsstelle Klimaschutz) organisiert. „Tübingen macht blau“ so lautet die Kampagne, mit der OB Boris Palmer seit Jahren für den Einsatz von erneuerbaren Energien trommelt. Die meist bläulich schimmernden Solarkollektoren sollen möglichst viel Sonnenwärme einfangen, der Himmel soll blau statt grau werden und neben der Blauen Brücke soll ein Quartier der kurzen Wege und des minimierten Energiebedarfs entstehen. Die Stadt hat eine Solardachbörse eingerichtet und stellt städtische Dächer für die Energiegewinnung zur Verfügung. Am Nachmittag tauschten die Besichtigungsgruppen das Programm. Das Französische Viertel wurde ab 1991, nach dem Abzug der Franzosen aufgesiedelt. Es ist ein verdichtetes Wohngebiet, so dass sich auch hier die Gebäudeheizung mit Fernwärme rechnet. Es gibt aber nicht nur abwechslungsreiches Wohnen sondern auch kleinere Gewerbebetriebe, Läden und Gastronomie. Man merkt die hohe Dichte nicht, denn der Autoverkehr ist weitgehend aus dem Viertel herausgehalten, der Bus zur Innenstadt kommt alle 10 Minuten und der öffentliche Raum gehört dem Grün, den Kindern und den Fußgängern. Auf der Rückfahrt betonte Hanne Barth vom Solarverein Rems-Murr, dass diese informative Reihe der „Solarreisen“ auf jeden Fall fortgesetzt werden soll.

Gemeinschaftskraftwerk (GKF) in Tübingen
Das Französische Viertel in Tübingen, Fotos: Elfriede Walendy