Veranstaltung des Solarverein Rems-Murr zu Gewinnung von Methangas

Pressebericht Bürger-Energie-Plüderhausen eG, 15.05.2014

Am 9. Mai 2014 tagte der Solarverein Rems-Murr in Heutensbach diesmal mit Stephan Rieke, Mitbegründer der Fa. Etogas in Stuttgart. „Wie macht man aus überschüssigem Strom lagerfähiges Methangas?“ Kurz gesagt wird mit Strom Wasser in Wasserstoff und Sauerstoff zerlegt, der Wasserstoff (H) wird mit Kohlenstoff (C) zu Methan (CH4) verbunden und damit speicherfähig und vielseitig einsetzbar. Die Einzelverfahren sind nichts Neues, so Stephan Rieke, sollen jedoch nun mit moderner Technik wirtschaftlich werden. Nach einer Alpha-Anlage 2009 mit ca. 25 kW Leistung und einer Testanlage mit 250 kW 2012 wird zur Zeit von der Fa. Audi eine Großanlage mit 6 MW gebaut. Dabei sollen alle Komponenten effektiv eingesetzt werden. Der Strom komme supergünstig aus Regelungsüberschuss, der Kohlenstoff komme aus einer großen Biogasanlage, deren Wärmebedarf wiederum aus dem Wärmeüberschuss der Methanisierung resultiere. Das erzeugte synthetische „Erdgas“ wird die Kfz-Firma für ihre gasbetriebenen Modelle bilanzieren und damit den CO2-Ausstoß der Gesamtfahrzeugpalette deutlich reduzieren. Soweit zu Audi.
Stephan Rieke zählte die grundsätzlichen Vorteile der Methanerzeugung (power-to-gas) auf: Man verwendet nur den gerade anfallenden Überschußstrom z.B. Windstrom, das in großen Mengen anfallende schädliche CO2 kann so gebunden werden, das Methan ist als Energieträger unbegrenzt lagerfähig – es kann direkt in Gasmotoren verwendet werden z.B. in Fahrzeugen oder Blockheizkraftwerken und die Infrastruktur wie Gasleitungen und Gasspeicher ist bereits vorhanden. Das deutsche Gasnetz transportiere schon jetzt die doppelte Energiemenge wie das Stromnetz. Mit dem Ausbau der Großspeicher könne man die umstrittenen Hochspannungsleitungen reduzieren. Die Pilotanlage der power-to-gaz Technologie kann man übrigens in der Uni Stuttgart beim Zentrum für Sonnenenergie- und –Wasserstoffforschung besichtigen. Ein Termin werde noch angeboten.
Als zweite Referentin sprach Hanne Barth über die „wahren“ Stromkosten. Darüber soll im nächsten Gemeindeblatt berichtet werden.