Windige Wanderung

Pressebericht Bürger-Energie-Plüderhausen eG, 26.11.2015

Der Hohberg steht im Zentrum der Windraddiskussion in Plüderhausen. Der Gipfel ist knapp 500 m hoch und etwa eine halbe Stunde Fußweg vom nächsten Parkplatz entfernt. Oben liegt eine von der Regionalversammlung beschlossene Vorrangfläche für Windräder. Die Bürgerinitiative „Windrad und Natur“, seit einiger Zeit bekannt durch ihre strikte Ablehnung von Windrädern auf dem Hohberg und im Welzheimer Wald, hatte zu einer Sternwanderung dorthin eingeladen. Am Treffpunkt Kelterberg war mit Absperrband die Größe markiert, die ein Windradbauplatz braucht. Dr. Thomas Häußermann begrüßte die zahlreichen Protestwanderer unter die sich einige Windkraftbefürworter gemischt hatten. Er machte deutlich, dass er den Eingriff in die intakte Natur durch die Windmaschinen für unvertretbar halte. Bürgermeister Andreas Schaffer sagte, dass er ebenfalls dem Schutz der heimatlichen Landschaft den Vorzug gebe. Bei der folgenden Wanderung über den Hohbergkopfweg war zu beobachten, dass sich lebhafte Diskussionen entwickelten und die Wanderer sich über den Klimawandel, den Schutz der Natur und die vielfältigen Möglichkeiten der Energieeinsparung unterhielten. Aber auch über die empfundene Beeinträchtigung, die durch die Nähe von Windrädern entstehen könnte oder über die mangelnden Windstärken, die in anderen Gegenden stärker und deshalb ergiebiger seien, wurde geredet. Die Gruppe der Windkraftbefürworter hatte den Flyer „Klimaschutz geht uns alle an“ verteilt. Darin wurde auf die Klimaschutzziele der Bundes- und Landesregierung hingewiesen und dass man diese nur erreichen könne, wenn konsequent Energie eingespart werde, der CO2-Ausstoß wesentlich reduziert werde und dazu alle verfügbaren Möglichkeiten – beim Verkehr, im Haushalt, in der Industrie und eben auch bei der Energieerzeugung – genutzt und auch verbessert würden. Ein weiterer Grund, Energie einzusparen und nicht mehr mit fossilen Energieträgern oder Uran zu erzeugen, sei auch, dass jährlich nur für Rohölimporte 49 Mrd.€ ins Ausland fließen und dass dort gewaltige Umweltzerstörungen stattfinden oder gar Kriege finanziert werden. Das Wetter meinte es gut mit den Gipfelstürmern und der angekündigte Regen setzte erst ein, als alle oben waren. Der heiße Tee und der Glühwein waren jetzt willkommen. Zwei sachkundige Bürger erläuterten über Megaphon  die technischen Grundlagen eines Windradprojekts, so dass jeder mit mehr Sachkenntnis ausgestattet und weniger auf Spekulationen angewiesen war. Dennoch bleibt der Eindruck, dass zum Beispiel durch das Flugblatt des Göppinger Vereins „Mensch und Natur“ durch drastische Übertreibungen und ungesicherte Behauptungen Ängste geschürt werden sollen. Damit erweist man der Auseinandersetzung mit existenziellen Fragen der nahen und fernen Zukunft keinen Dienst. Um so erfreulicher waren die Bilder von lebhaft diskutierenden Menschen, die auch bei gegensätzlichen Meinungen das Gespräch suchten.

Dr. Häußermann spricht auf einer Wiese vor eine Menschenansammlung, die im Halbkreis und mit Abstand vor im steht.
Dr. Häußermann, von der BI „Windrad und Natur“, begrüßt auf dem Kelterberg Windkraftbefürworter und Windkraftgegner
Vertreter der Bürger-Energie-Genossenschaft mit einer Pressevertreterin und ihrem Hund
Vertreter der Bürger-Energie-Plüderhausen eG mit Vertreterin der Presse
Auf einem Waldweg laufen Dr. Häußermann im Gespräch mit Eberhard Bartsch
Dr. Häußermann und E. Bartsch