Besichtigung der Windparkbaustelle

Pressebericht Bürger-Energie-Plüderhausen eG, 27.02.2016

Böhmenkirch liegt 43 Straßenkilometer von Plüderhausen entfernt auf 700 m Höhe am Rand der Schwäbischen Alb. Eine Busreise, organisiert vom Grünen-OV Fellbach, dem Solarverein Rems-Murr und der Bürgerenergiegenossenschaft Remstal, brachte am vergangenen Samstag etwa 50 Energie-Aktive – darunter fünf Mitglieder der Bürgerenergie-Plüderhausen – dort hin, zur Besichtigung einer Windparkbaustelle. Erster Stopp war bei Schnittlingen. Dort stehen seit längerem 7 Windräder unterschiedlichster Größe – eine Art Forschungswindpark. Tilmann Wied von der Firma wpd-onshore, die weiter nördlich den Windpark Lauterstein errichtet, erklärte die verschiedenen Typen und dass z.B. die modernen Anlagen mit größeren Rotordurchmessern sehr langsam laufen und daher kaum Windgeräusche erzeugen. Danach gings gleich zur Baustelle. 16 Windräder des Typs GE 120 (2,75 MW) sollen dort aufgestellt werden mit einer Gesamtleistung von 44 MW. Der gesamte Windpark liegt in einer Waldfläche, die teils in Privatbesitz und teils Gemeindeeigentum ist. Die Erschließung auf den vorhandenen Waldwegen ist bereits fertig gestellt, so dass der Bus bis zu den fertig betonierten Fundamenten bzw. zu den Betonsockeln fahren konnte und die interessierten Besucher, die Tilmann Wied mit kritischen Fragen löcherten, sich ein Bild von den Dimensionen machen konnten. So ziemlich alle Ausflügler waren verblüfft, dass die Ringstraße, die alle 16 Standorte verbindet, wie ein leicht verbreiterter Waldweg aussah. Auch die gerodeten Flächen, jeweils 40 x 70 m, wirkten nicht wie zwei Fußballfelder, sondern eher wie ein Tennisplatz. Die Anschlussleitungen zum Umspannwerk Schalkstetten, so erklärte Tilmann Wied, seien bereits unter der Ringstraße verlegt. Bei fast allen Fundamenten seien, wegen des klüftigen Untergrundes, Bohrpfähle von 10 bis 30 m Länge notwendig gewesen. An einer Stelle konnte man auf einem Zwischenlager die Betonringe für zwei Windräder sehen, die nach der Montage auf der Innenseite verspannt werden. Beim abschließenden Stopp in einer Albgaststätte gab es noch weitere Informationen. Die 16 Windräder werden den gesamten Strombedarf für etwa 10 Gemeinden der Größe Plüderhausens erzeugen. Dabei können ca. 90 000 Tonnen CO2 pro Jahr vermieden werden. Die Partner wpd-onshore und und Albwerke Geislingen werden bei Nachfrage ein Windrad an interessierte Bürger abgeben. Für die Windräder auf ihrer Gemeindefläche wird Lauterstein sowohl die Pacht als auch die Gewerbesteuer im Haushalt verbuchen. Aufschlussreich waren auch die Beispiele aus den umfangreichen Voruntersuchungen, wie etwa die unumgängliche Windmessung, die geologischen Proben, die artenschutzrechtlichen Untersuchungen, die Schall- und Schattenwurfberechnungen oder die Baumhöhlenkartierung.
Bereits im Herbst diesen Jahres sollen die Räder sich drehen.

Fundament eines Windrads im Wald bei Lauterstein
Fundament eines Windrads in Lauterstein
Gruppenbild mit einem Windrad im Forschungswindpark Böhmenkirch
Forschungswindpark in Böhmenkirch